Provence-Stil für kleine Wohnungen: Wie ich südfranzösisches Flair auf 45 Quadratmetern verwirklichte
Als ich einen Freund zum Übernachten einlud, testete ich die neue Couch mit dem versteckten Bettkasten. Er war skeptisch, ob so eine schmale Couch wirklich bequem sei. Aber nach dem Ausklappen lag er auf einer 16 cm dicken Matratze, die ich mit einem Memory-Schaum-Topper ergänzt hatte. Die Matratze hatte einen abnehmbaren Bezug, den ich vorher gewaschen hatte. Er schlief wie ein Stein und lobte die Festigkeit. Der Raum war am Morgen schnell wieder in den verwandelt, die Bettwäsche verschwand im Schrank. Die Couch mit der Funktion sparte mir den Platz für ein separates Gästebett. Für mich war das die beste Lösung für meinen kleinen Wohnraum.
Eines der hartnäckigsten Probleme war die Unterbringung von Gästen. Wenn meine Mutter zu Besuch kam, brauchte ich eine Lösung, die nicht den ganzen Wohnbereich blockierte. Ich investierte in eine wersalka mit einem robusten mechanizm DL, der sich leicht ausklappen ließ. Tagsüber steht sie als elegante Sitzbank im Flur, nachts wird sie zum Gästebett. Der Stoff? Eine samtige tapicerka welurowa in Anthrazit, die Flecken gut versteckt und sich luxuriös anfühlt. Der Gast schläft auf einem 16 cm dicken materac piankowy, der auf einem stabilen stelaz listwowy liegt – kein Durchliegen garantiert.
Ein Problem, das ich anfangs unterschätzte, war die Pflege der Stoffe. Der helle Leinenbezug der Couch zog schnell Staub an, und Flecken waren sichtbar. Ich wechselte zu einer abnehmbaren Bezugsvariante, die ich bei 30 Grad waschen konnte. Der Stoff war robuster, ein Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle. Die Tapicerka welurowa hätte ich mir fast gewünscht, aber sie passt nicht zum Stil. Stattdessen setze ich auf grobe Leinenstoffe, die mit der Zeit schöner werden. Die Kissenbezüge sind aus altem Bettlaken genäht, ein Trick, der Geld spart. Der Boden blieb aus geöltem Eichenparkett, das ich regelmäßig mit Seife wische. So bleibt der Raum frisch, ohne viel Aufwand.
Ein häufiger Fehler in kleinen Räumen ist das Überfrachten mit Dekoration. Im Provence-Stil verführt der Reiz von vielen Kissen, Vasen und getrocknetem Lavendel leicht zur Übertreibung. Ich habe gelernt, dass weniger mehr ist. Statt zehn Kissen auf der Couch liegen nur zwei, und die sind aus schwerem, ungebleichtem Leinen. Der Lavendelduft kommt von einem kleinen Säckchen, das ich im Schrank verstecke. Die Wände blieben fast leer, bis auf einen großen Spiegel mit einem schlichten Holzrahmen. Er reflektiert das wenige Licht und lässt die Decke höher wirken. So bleibt der Raum offen und luftig, ganz im Sinne der südfranzösischen Ästhetik.
Wenn ihr jetzt denkt, das ist nur was für Designfans, täuscht ihr euch. Ich bin keine Innenarchitektin, sondern eine ganz normale Mieterin, die ihren Platz besser nutzen will. Wandpaneele sind günstig, einfach und flexibel. Man kann sie streichen, tauschen oder ergänzen. Ich hab welche in einem hellen Grau, die passen zu allem. Sie kaschieren auch kleine Macken in der Wand, was in Altbauten ein Segen ist. Mein Tipp: Fangt mit einer kleinen Fläche an, etwa hinter dem Bett oder der Couch. Dann seht ihr sofort den Effekt. Und falls ihr Gäste habt, die auf der wersalka schlafen, wirkt der Raum sofort einladender. Probier es aus, ihr werdet überrascht sein.
Falls ihr euch fragt, ob sich das lohnt: Ja, absolut. Ich hab vor kurzem einen mechanizm DL in meinem neuen Sofa eingebaut – das ist ein ausziehbarer Liegemechanismus. Dazu passende Wandpaneele hinter dem Sofa lassen den Raum größer wirken. Der mechanizm DL braucht etwas Platz zum Ausklappen, aber durch die Paneele wirkt die Ecke nicht mehr so beengt. Ich hab sogar eine kleine Lampe auf einem der Paneele befestigt, die das Licht indirekt streut. Das schafft eine gemütliche Leseecke, ohne dass ich ein separates Regal brauche. So spart man Platz und gewinnt Stil.
Ich habe meinen Schreibtisch direkt ans Fenster gestellt, mit Blick auf die alte Linde im Hof. Morgens um sieben fällt das Licht genau auf die Tastatur, und ich muss den Rollladen halb herunterlassen. Das ist der Preis, wenn man auf kleinem Raum lebt und das Schlafzimmer gleichzeitig Büro sein muss. Viele meiner Kundinnen stehen vor dem gleichen Problem: Die Wohnung hat nur zwei Zimmer, aber der Job erfordert Homeoffice. Also muss das Schlafzimmer herhalten. Ich rate dann immer zu einer klaren räumlichen Trennung, auch wenn es nur ein Paravent oder ein Regal ist, das den Arbeitsplatz im Schlafzimmer optisch abgrenzt. Sonst liegt man abends im Bett und sieht noch die offenen Aufgaben auf dem Monitor – das ist Gift für den Schlaf.
Praktisch wird es, wenn der Arbeitsplatz im Schlafzimmer auch als Gästezimmer fungiert. Meine Freundin aus Hamburg übernachtet regelmäßig bei uns, und dafür habe ich eine kanapa z funkcja spania gewählt. Tagsüber klappt sie zur Sitzgelegenheit für Telefonate zusammen, nachts wird sie zum Gästebett. Der integrierte mechanizm DL lässt sich mit einer Hand bedienen, ohne dass man die Kissen wegräumen muss. Dazu ein kleiner Beistelltisch, der bei Bedarf als Schreibtisch fürs Notebook dient. So wird aus dem Arbeitsbereich blitzschnell ein Schlafplatz für Übernachtungsgäste.