Nachrüstung einer Markise: was wirklich zählt und was schiefgehen kann

Aus MeWi

Zum Tapezieren selbst brauchst du eine Tapezierbürste, ein Cuttermesser, ein Lot oder eine lange Wasserwaage sowie ein scharfes Messer und einen Spachtel. Markiere dir an der Wand eine exakte Senkrechte – sonst läuft dir jede Bahn schief. Streiche die Wand mit Kleister ein, etwas breiter als die Bahn, und setze die erste Bahn an der Markierung an. Streiche sie mit der Bürste von innen nach außen glatt, dabei drückst du Luftblasen konsequent zum Rand hin aus. Überschüssige Ränder schneidest du mit dem Cuttermesser direkt an der Kante ab – am saubersten gelingt das, wenn du den Spachtel als Führung anlegst.

Nach der Montage sollten Sie die Stabilität testen, bevor Sie den Schrank einhängen. Ziehen Sie kräftig an der Konstruktion und belasten Sie sie gleichmäßig. Wenn alles fest sitzt, können Sie die Nische mit einer dünnen Sperrholzplatte beplanken, um eine glatte Oberfläche zu erhalten. Alternativ können Sie die Holzkonstruktion direkt als Basis für eine maßgefertigte Schrankschublade nutzen. Achten Sie dabei darauf, dass die Schrauben nicht zu nah an den Kanten sitzen, sonst reißt das Holz. Ein Abstand von mindestens drei Zentimetern von der Kante ist empfehlenswert.

Typische Fehler passieren beim Umgang mit Feuchtigkeit und bei der Wahl des Holzes. Unbehandeltes Holz kann in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit aufquellen und die Trockenbauwand verziehen. Nehmen Sie daher besser grundiertes oder lackiertes Holz oder behandeln Sie die Flächen mit einer Holzschutzlasur. Auch die Ausrichtung ist entscheidend: Nutzen Sie eine Wasserwaage, um die Konstruktion in allen Ebenen auszurichten. Eine schiefe Nische führt später zu Problemen beim Einbau des Schrankes – er klemmt oder steht schief. Kontrollieren Sie außerdem, dass die Vorderkante der Holzkonstruktion bündig mit der Wand abschließt, denn das erleichtert das Verputzen oder das Anbringen von Verkleidungen.

Typische Fehler, die auch Profis am Anfang machen: Die Bahnen zu früh anstoßen, bevor der Kleister kurz anziehen konnte – dann entstehen Spalten. Oder zu viel Druck beim Glattstreichen, wodurch sich das Vlies dehnt und das Muster verzieht. Auch das Arbeiten bei Zugluft solltest du vermeiden, denn dadurch trocknet der Kleister ungleichmäßig und die Bahnen schrumpfen. Und wenn dir eine Bahn nicht passt: Zieh sie vorsichtig ab, korrigiere die Wand und klebe neu – solange der Kleister feucht ist, geht das ohne Spuren.

Befestigen Sie die Holzkonstruktion nicht nur an der Gipskartonplatte, sondern immer am dahinterliegenden Ständerwerk. Markieren Sie die Position der Metallprofile mit einem Magnetsucher und schrauben Sie die Hölzer direkt durch die Beplankung in die Profile. Verwenden Sie dafür spezielle Blechschrauben, die für Stahl geeignet sind. Achten Sie darauf, dass die Schrauben lang genug sind, um sicher im Profil zu sitzen – das ist die Grundlage für eine stabile Verbindung. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie das Profil getroffen haben, bohren Sie an einer unauffälligen Stelle ein kleines Loch und prüfen Sie mit einem Draht die Tiefe.

Eine Schranknische in einer Trockenbauwand ist praktisch – bis sie anfängt zu knarzen oder die Schrauben nicht halten. Viele Hobbyhandwerker unterschätzen, dass eine einfache Gipskartonplatte keine Last trägt. Bevor Sie also einen schweren Schrank montieren, sollten Sie die Nische mit einer Holzkonstruktion hinterlegen. Andernfalls riskieren Sie, dass sich die Wand verformt oder der Schrank samt Inhalt abstürzt.

Die Werkzeuge sind simpel, aber entscheidend: eine Tapezierbürste mit weichen Borsten, ein Kunststoffspachtel zum Andrücken der Kanten, ein Cuttermesser mit frischer Klinge, ein Zollstock, eine Schere, ein Eimer, eine Rührhilfe für den Kleister und eine Wasserwaage. Ein Tapeziertisch ist empfehlenswert, aber nicht zwingend – Sie können auch auf dem Boden arbeiten, wenn Sie die Bahnen sauber ausrollen. Für die Ecken und Ränder nutzen Sie einen schmalen Spachtel, um die Tapete sauber in die Kante zu drücken. Achten Sie darauf, dass die Bahnen stoß-an-stoß geklebt werden, nicht überlappend. Vliestapeten werden immer auf Stoß gesetzt, sonst entstehen sichtbare Wülste.

Die Befestigung ist das Fundament der gesamten Konstruktion. Prüfen Sie, ob die Wand aus Beton, Vollziegel oder Porenbeton besteht. Für leichte Markisen genügen oft Dübel, bei schweren Modellen mit Motor sind spezielle Befestigungswinkel und eine Verteilung der Last auf mehrere Punkte notwendig. Bohren Sie nicht direkt in die Fugen, sondern immer in das Mauerwerk. Ein typischer Fehler ist die ausschließliche Verwendung von Dübeln, die für den Außenbereich nicht geeignet sind. Verwenden Sie rostfreie Schrauben und Dübel, die für Zug- und Scherkräfte ausgelegt sind. Montieren Sie die Markise mit einer leichten Neigung von etwa 10 bis 15 Grad, damit Regenwasser ablaufen kann. Achten Sie darauf, dass die Markise waagerecht ausgerichtet ist, sonst spannt sich der Stoff ungleichmäßig und der Ausfall wird unregelmäßig.